„Pass auf, was du im Netz veröffentlichst“
„Was wird Dein späterer Arbeitgeber darüber denken, wenn er solche Bilder von Dir entdeckt“
„Das Du Dich traust so Intim Bilder zu veröffentlichen“

Aktbilder

Ich habe Mir in den letzten Wochen sehr viele Gedanken um das Thema Aktbilder gemacht.
Wieso?
Weil ich selber welche gemacht habe und das nicht nur hinter der Kamera, sondern auch vor der Kamera.
Bis zu diesem Zeitpunkt wissen davon nur meine engsten Freunde.
Und vielleicht ein paar Leute, die man auf meinem Instagram Profil rumgestalkt haben und unter meinen
Markierungen geschaut haben.
Ich war mir etwas unschlüssig, was die Veröffentlichung angeht.

Grundsätzlich finde ich Aktfotografie eine sehr spannende Sache.
Leider haben viele Menschen dazu noch eine sehr eingeschränkte Sicht.
Ich weiß noch, als wir in der Realschule in Politik das Thema Medien hatten.
Meine Gruppe hatte dort ein Unterthema, in dem wir uns mit Frauen, nackten Körpern und Frauen als
Sexobjekt beschäftigt haben.
Dabei ist mir grundsätzlich aufgefallen, dass viele bei dem Wort „Aktfotografie“ an billige bis vielleicht
sogar pornografischen Aufnahmen denke.
Mein Lieblings Beispiel dabei sind die Fotokalender, die oft in Autowerkstätten hängen.
Denke viele haben jetzt diese Kalender vor Augen.

Fotografin: stolensunshine ; Bearbeitung: Benita Diekmann

Ich finde es traurig, dass Aktfotografie oft mit sowas verbunden ist, dabei ist es doch mehr als das.
Oftmals ist Aktfotografie eine wahre Kunst.
Den Körper so in Szene zusetzten, dass die „kritischen“ Stellen vom Schatten verdeckt sind, sind nur ein Beispiel.
Also wir halten fest: Es gibt einmal die kunstvolle und ästhetische und die „billige“ Aktfotografie
– zu mindestens in meinen Augen.

 Doch wieso war ich mir unschlüssig wegen der Veröffentlichung?

Für mich stand schon seit Jahren fest, dass wenn ich volljährig bin, ich gerne mal Aktfotos
oder Boudoir Fotos (in Lingerie) machen möchte.
Wie schon erwähnt: Ich finde das ästhetisch.
Als ich dann letztens das erst mal welche gemacht habe, hat sich natürlich für mich und den
Fotografen die Frage gestellt: Veröffentlichen Ja ? Nein?

Fotograf: Timo Schäfers

 Wir hatten uns geeinigt, dass ich bei jedem Bild entscheiden darf, ob es veröffentlicht werden darf oder nicht.
Er selber hat davon jetzt ein paar Bilder hochgestellt.
Ich bis jetzt nicht.
Mir sind diese Standard Sachen durch den Kopf gegangen, die dir immer alle Erwachsenen sagen:
„Pass auf was du im Netz von dir preisgibst“
„Poste nichts, was Dir später im Berufsleben schaden könnte“
„Denk vorher nach was du postet“
„Das Internet vergisst nicht“

Wegen meinen „Zweifeln“ habe ich mit mehreren Leuten darüber geredet.
Sowohl mit jüngeren als auch mit älteren.
Habe nur positive Rückmeldung bekommen.
Natürlich habe ich auch mit meiner Mutter darüber gesprochen.
Und nein meine Mum findet es nicht schlimm, dass ich „so welche“ Fotos mache.
Vielleicht sollte man auch noch erwähnen, dass mein Vater unteranderem Akt fotografiert hat und deshalb
meine ganze Familie damit sehr locker umgeht.
Meiner Mum ist nur wichtig, dass man z.B. keine Nippel oder den Intimbereich zu doll sieht.

Und zu dem Punkt, dass es wegen der Arbeitswelt ein Problem sein könnte.
Ich möchte keine Bankkauffrau werden oder Ähnliches werden.
Mein Traum ist es, Fotografin zu werden.
Fotografin auch Unteranderen für Akt und Boudoir Fotografie.
Die schönen Seiten der Frau zum vorschein bringen.
Gerade vielleicht auch Frauen, die sich unwohl fühlen in Ihren Körpern, zeigen wie wunderschön Sie doch sind.
Von daher sollten diese Fotos hier kein Problem sein.
Und sein wir mal ehrlich, schlimm sind diese Fotos ja nicht.

Trotzdem bleibt einem vielleicht dieser Zweifel, was andere darüber denken könnten.

Freunde und Bekannte.
Ob deshalb schlecht über einem geredet wird.
Mir kam da die Zeit wieder in Gedanken, wo Mädels Ihren Lovern Bilder in Unterwäsche oder sogar ganz nackt geschickt haben. Oftmals vorm Spiegel. Am besten noch im Hintergrund das unaufgeräumt Zimmer.
Ich hatte selber eine Freundin, die dem Kerl, in dem sie verliebt war, so ein Foto geschickt hat.
Es kam natürlich im Umlauf. Viele haben sich darüber das Maul zerrissen und sie hat natürlich darunter gelitten.
Doch ich denke, wir sind alle älter geworden und sind nicht mehr im Jahr 2013.
Zumal man auch mal bedenken sollte, dass man auf Urlaubs Fotos am Strand im Bikini, die man auf Instagram postet, auch nicht mehr anhat. Nur mal so als Denkanstoß.

Ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden mit den Fotos bin.
Gerade auch, da es auch eine Zeit gab, in der ich mich selber nicht in meinem Körper wohl gefühlt habe.
Zufrieden bin ich zwar immer noch nicht, aber ist das überhaupt jemand?

Benita

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4 Comments

  1. Ich finde es kommt aber auch auf die Qualität der Bilder an. Selbstgemachte Bilder vorm Spiegel, die im Vertrauen verschickt werden sollte natürlich keiner sehen. Dazu zeigen die auch, dass man dazu neigt, den falschen zu vertrauen. Solche wie deine jedoch finde ich vollkommen unproblematisch, weil du ja quasi von dir aus sagst „Ey Leute, ich find mich hübsch und guck mal hier!“ Also Respekt dafür, dass du dich traust zu zeigen, dass sowas nichts schlimmes oder peinliches oder komisches oder oder ist. Und Respekt von jemandem, der eigentlich keine Blogs liest, noch weniger kommentieren würde und sich wundert, was aus dem Musiktipp wurde.
    Daher mein Tipp an dich: Seraphina von Kashmir und das ganze Demon Days Album von den Gorillaz (was nebenbei meinen linken Arm in Form eines riesigen Tattoos schmückt). Davon die letzen drei Lieder sind mein Himmel auf Erden.
    Bevor mein Kommentar nun aber länger wird als dein Blogpost verzieh ich mich.

    • benita Reply

      Ich danke dir für deine lieben Worte, Thorben.
      Ich freue mich jedes mal über Kommentare. Gerade auch da es bis jetzt nach noch nicht so arg viele sind.
      Natürlich um so cooler, dass du normal keine Blogs ließt – das schmeichelt einem schon.
      Das mit dem Musiktipp fällt natürlich nicht weg. Hatte auch überlegt in diesem Post noch am Ende einen einzubauen, aber diesmal fand‘ ich es nicht so passend.
      Vielleicht gibt es dafür beim nächsten ja einfach gleich zwei Stück 😉
      Deine genannten Musiktipps werde ich mir liebend gerne anhören.

      Benita 🙂

  2. die bilder sind so sinnlich und emotional,
    ich liebe solche unterwäsche Fotos.
    Machen aber auch selbst so dargestellt zu werden.
    Es ist eine Zerbrechlichkeit zu sehen und gleichzeitig so eine Stärke und Schönheit,
    Weiblichkeit und dennoch ist es bis auf die Haut ehrlich – im wahrsten sinne des Wortes.
    Tolle bilder.

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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