“Und irgendwann wirst Du an den Schmerzen und Schicksalsschlägen wachsen.“

Vor ein paar Tagen musste ich an diese Worte denken. 
Auf der Realschule haben wir damals einen Text zusammen gelesen. 
Dort ging es darum, dass man an schlimmen Ereignissen wachsen wird. 
Mein vierzehnjähriges Ich fand diesen Text total, auf gut Deutsch gesagt, beschissen. 
Mir gefiel der Religionsunterricht zu dem Zeitpunkt generell überhaupt nicht. 
Reden über Gott. Gott, der mir meinen Vater genommen hatte und mir damit den Boden unter den Füßen nahm. 
Und dann sollte ich daran auch noch wachsen? Das klang für mich total absurd. Das gab ich meinem Lehrer auch mit ein paar Worten zu verstehen. Er sagte, soweit ich mich entsinne, nichts dazu. Er schaute mich nur an. Aber mit keinem bösen Blick, sondern einem der ausstrahlte ich „Du wirst es noch verstehen“. 

Jetzt Jahre später verstehe ich es. 

Heute verstehe ich, dass man an solchen Erlebnissen wächst. 
Du fängst an Dinge anders als vorher zu sehen und anderes Wertzuschätzen. 
Du nimmst Momente ganz anderes wahr, als zuvor. 

Manchmal da fragt man sich dann aber auch: “Hätte ich Person XY überhaupt dann kennengelernt?”                                                  “Wäre ich jetzt überhaupt so, wie ich nunmal bin?”                                                                                                                                                     Ich denke, ich bin durch diese Sachen wahrscheinlich manchmal einen anderen Weg eingeschlagen, als ich es zu vor gemacht hätte. Gut oder schlecht? Man weiß es nicht. 

Das Ganze ist ja nicht nur beim Verlust von einer geliebten Person, sondern auch bei alltäglichen Dingen, der Arbeitswelt oder der Liebe. An Fehlern können wir nur lernen und es beim nächsten mal besser machen.

Benita

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