Heute ist mein Geburtstag.
Heute ist mein achtzehnter Geburtstag.
Da fallen einem natürlich viele Vorteile ein, was sich dadurch ändert.
Alleine Autofahren, solange draußen bleiben, wie man möchte, braucht keinen Muttizettel mehr für den Club
und kann auf seinem eigenen Namen online shoppen.

Eigentlich müsste ich heute mega glücklich sein, doch das bin ich nicht so ganz!

Ich bin im Zwiespalt.

Ich bin im Zwiespalt mit mir selbst.
Mit dem, was ich denken soll.
Mit dem, was ich fühlen soll.

Ich bin im Zwiespalt.

Richtung Winter hin verfallen viele in eine Art Winterdepression.
Klar, man ist nicht mehr so viel draußen, es wird schnell dunkel und man ist sehr viel mehr Zuhause – alleine!
Da passiert es eher, dass man sich mit seinen Gedanken und Gefühlen beschäftigt und sie nicht,
wie im Sommer, einfach wegzuschiebt.

Nein, in diesem Post geht es jetzt nicht um Winterdepression.
Ganz und gar nicht.
Wäre mir sogar um einiges lieber, wenn ich ehrlich bin.
Bei mir liegt es an dieser Jahreszeit an etwas anderem.

 

Kennt Ihr das, wenn Ihr etwas Tolles erlebt habt und es mit Euren Liebsten teilen wollt?
Mit Eurem Freund, Eurer besten Freundin, Eurer Familie.
Weil ich diesen Tag, auf den man doch seine ganze Jugend wartet, gerne mit meinen liebsten Menschen teilen möchte, doch es geht nicht.

Ich bin im Zwiespalt.

Ich hatte diesen Moment auch bei meiner Theorie Prüfung.
Als der Prüfer mir gesagt hat, dass ich bestanden habe, musste ich mich bemühen
nicht direkt in Tränen zu versinken.
Klar ich war total aufgeregt gewesen und in dem Moment fiel die ganze Last von meinen Schultern,
aber da war noch was anderes.
Ich wusste, dass sich alle freuen werden, wenn ich ihnen diese positive Nachricht überbringen werde.
Doch es wird immer eine Person geben, der Du so was nicht erzählen kannst.
Du kannst es Ihr nicht erzählen, weil Sie nicht mehr da ist.
Ich war an dem Tag emotional total am Ende.
War in dem Moment einfach froh mich nicht erklären zu müssen und einfach in den Arm genommen zu werden.

 

Ich schreibe auch irgendwie die ganze Zeit drum herum, was wahrscheinlich daranliegt, dass es manchmal so schwer ist, es auszuschreiben geschweige denn überhaupt auszusprechen.
Ich kann natürlich nicht davon ausgehen, dass jeder weiß, um wen es hier im Text geht.
Es können ja schließlich nur die Leute wissen, die mich kennen.

 

Ich möchte auch eigentlich keinen Text schreiben, der theatralisch ist und nach Mitleid und Aufmerksamkeit schreit. Ich bin selber eine der Personen die solche Videos auf Youtube verabscheut. Ich würde hier nie Details preisgeben. Ich könnte es auch gar nicht. Ich kann es ja nicht mal wirklich meinen engsten Freunden im Detail erzählen. Aber daran merkst Du auch, dass es wirkliche Freunde sind, da es Sie nicht stört.
Ich möchte nach diesem Text hier auch keine Nachrichten bekommen, in denen mir Mitleid mitgeteilt wird oder gesagt wird, wie stolz mein Vater doch auf mich wäre.
Das ist mir auch so bewusst.

Ein Freund von mir sagt mir schon seit Wochen, wie sehr er sich doch auf meinen Geburtstag freut und endlich mal mit mir zu feiern und ich versuche immer nicht zu dolle rausklingen zu lassen, dass ich Geburtstage nicht so mag. Klar ich freu mich mit meinen Freunden zu feiern, sonst würde ich ja auch nicht groß feiern – man wird ja schließlich nur einmal achtzehn.
Aber da ist halt dieses Gefühl.
Das Gefühl von Leere.
Das, was mich seit diesem einen Tage immer wieder besucht.

 

Vielleicht ist es auch total wirr was ich hier schreibe und nimm kaum Hand und Fuß, aber Schreiben hilft mir.
Gedanken aufzuschreiben, bringt es manchmal sie ins Reine zu bringen.

 

Es ist einfach nur ein unbeschreiblich schreckliches Gefühl zu wissen, dass Du nicht mehr mit einer Person reden kannst, weil Sie einfach nicht mehr da ist.
Zu wissen, dass Dein Vater nicht bei Deinem Schulabschluss, Deiner Hochzeit oder der Geburt Deiner Kinder dabei sein wird und stolz sein wird..
Was würde ich nicht alles für einen Rat von meinem Vater tun oder einfach für eine Umarmung!

 

Eine Umarmung, die oft so simpel wirkt, aber Welten bedeuten kann.

 

tina-axel-0369

I may find a prince someday,
but you will always be my king.

 

Trotzdem freue ich mich natürlich auf meine Party am Wochenende, mit meinen Freunden zu feiern.
Genau so, wie es total schön war, dass meine beste Freundin gestern hier war und wir “reingefeiert” haben.
Es ist nur halt dieser bitter Nachgeschmack, der immer wieder aufstößt.

 

Benita

 

 

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